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Herzlich willkommen in der Kirchenregion "15 Türme"

An(ge)dacht

Zwischen Himmel und Ernte

titel 08 26Ein einzelner Heuballen inmitten eines weiten Feldes. Das Getreide ist geerntet, die Halme sind trocken, die Arbeit scheint abgeschlossen. Wir sind in der Sommerzeit - doch der Herbst, die Ernte steht eigentlich schon vor der Tür.

Über dem Feld liegt ein Himmel voller Spannung: Dunkle Wolken ziehen auf, während zugleich ein helles Blau und ein Lichtschimmer den Horizont erleuchten.

Der Heuballen steht für das, was geworden ist. Irgendwann war dieses Feld voller Leben und Wachstum. Der Boden wurde vorbereitet, gesät, gepegt und gewartet. Viele Tage der Arbeit liegen hinter dieser Ernte. Nun ist das Korn eingebracht, und das Heu ist zu einer Rolle geformt – sichtbar, greifbar und bereit für die Zukunft.

Auch wir haben solche „Heuballen“: Früchte unserer Mühen, Entscheidungen und Treue. Aber auch Beziehungen, Begegnungen. Kurz gesagt: Leben in all seinen Facetten, mit all seinen Momenten. Wir können auf so viel Ernte, auf so viele Heuballen zurückblicken - dass wir manchmal das Feld vor lauter Stroh nicht sehen. Oft sehen wir nur das, was noch fehlt, und übersehen, was Gott bereits hat wachsen lassen.

Aber das Bild zeigt nicht nur die Ernte. Der Himmel erinnert daran, dass das Leben nie völlig berechenbar ist. Dunkle Wolken gehören dazu. Sorgen, Krankheit, Unsicherheit, ungelöste Fragen oder Enttäuschungen können wie ein Gewitter am Horizont stehen. Doch gerade hier spricht das Bild eine leise, aber kraftvolle Botschaft aus: Das Licht ist noch da. Hinter den Wolken leuchtet weiterhin das Blau. Da ist noch etwas Positives, etwas mehr - Gottes Gegenwart. Der Prophet Jesaja schreibt: „Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31)

Gott verspricht uns nicht ein Leben ohne Wolken. Aber er verspricht, mit uns durch die Wolken hindurchzugehen. Sein Licht bleibt bestehen, auch wenn unser Blick es zeitweise nicht erfassen kann.

Vielleicht lädt uns dieses Bild deshalb dazu ein, innezuhalten. Nicht ständig weiterzu- laufen, sondern einen Moment auf das Feld unseres Lebens zu schauen.

Wer auf die Ernte schaut, erkennt Gottes Treue in der Vergangenheit. Wer auf den Himmel schaut, gewinnt Vertrauen für die Zukunft. So steht der Heuballen auf diesem Feld wie ein stilles Zeugnis: Gott hat bis hier- her getragen. Und derselbe Gott, der das Wachstum geschenkt hat, wird auch den

Weg weiterführen – durch Sonnenschein und Wolken, durch Ernte und neue Aussaat.

Gottes Segen wünscht

Pfarrerin Anna Mittermayer

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